Warum kommen einem eigentlich die besten Ideen unter der Dusche oder beim Autofahren? Wann bin ich kreativ und was passiert, wenn ich nicht auf meine unbewussten Wünsche und Motive höre? Und was hat das Ganze jetzt eigentlich mit dem Unterbewusstsein, Bewusstsein, Fingerübungen, Potenzial und Türstehern zu tun…?

    Gerade übe ich mich an der Makramee- oder auch Fischernetztechnik. Und während meine Finger so mit Knoten und Binden beschäftigt sind, merke ich irgendwann, das mein Unterbewusstsein, ohne dass ich es merkte, bereits an diesem Text bastelte. Wie praktisch…

    Und vielleicht kennst du das auch: Die besten Ideen oder die Lösung für ein langwieriges Problem kommen einem, wenn man gar nicht damit rechnet, weil man eigentlich gerade etwas anderes tut. So kommt der Geistesblitz häufig beim Autofahren oder unter der Dusche und so manch einer soll auch schon auf dem stillen Örtchen auf geniale Lösungen gekommen sein. Oder in der Nacht. Nicht umsonst heißt „schlaf erst einmal eine Nacht darüber“

    Das Gehirn auf Autopilot

    Was ist da los, warum produziert unser Gehirn die genialsten Ideen, wenn es doch eigentlich gerade im Autopiloten ist und Sendepause hat?Wusstest du, dass unser aktives Denken, unser Bewusstsein nur ca. 0,1 % unserer gesamten Denkleistung ausmacht? Viel mehr Leistung -und auch viel schneller- bringt unser Unterbewusstsein (40 Bits/ Sek. vs. 40 Millionen Bits/ Sek.)  

    Im Unterbewusstsein liegt unter anderem unser gesammeltes Wissen im Verborgenen. Weil es aber im Alltag viel zu lange dauern würde, all dieses Wissen abzurufen, wenn man doch z.B. einfach nur eine Straße überqueren möchte, betätigt sich unser Bewusstsein als Wächter und lässt nur die Informationen in beide Richtungen der Brücke durch, die nun gerade wichtig sind. Er wirkt wie Filter. Oder wie ein Türsteher. 

     

    Türsteher im Kopf

    Dieser Filter ist ein Schutz, denn sonst würden wir nach kürzester Zeit wegen Overloads zusammen brechen – würden all die Informationen und Signale aus der Umwelt auf uns einprasseln. Gleichzeitig werden natürlich auch die Signale, die „aus uns selbst“ kommen gefiltert. Sonst würden wir den lieben langen Tag immer nur in uns hineinhorchen- ein normaler Tagesablauf wird da schwierig. 

    Und was hat das jetzt genau mit den Fischernetzknoten auf sich? 

    Die Finger sind in Bewegung, der Kopf hat Leerlauf und unser Türsteher-Bewusstsein erkennt „keine Gefahr, ich mach mal Pause“. Das ist sogar messbar. Beim Stricken z.B. soll die Gehirnfrequenz so niedrig wie beim Yoga oder der Meditation sein. Und das ist der Moment für den großen Auftritt unseres Unterbewusstseins. An den wachsamen Augen des Wächters schummelt es sich vorbei und bringt all die verrückten, großartigen Ideen und Wünsche, aber auch Ängste und Befürchtungen zu Tage, die sonst so unter der Oberfläche schlummern. Und das ist auch gut so.

     

    Verdrängen oder ausleben?

    Während des Knotens dachte ich an meine Ausbilderin, die sagte „das Ego produziert Unfälle“. Das Ego ist nach Freud und J.G. Jung unser (Ich-) Bewusstsein und fungiert als der beschriebene Filter. Unsere Bedürfnisse, Motive, Wünsche, Erfahrungen und Emotionen bleiben unter der Oberfläche.  Und dort geht es ihnen auch gut, so lange wir immer mal wieder auf sie achten und sie die Möglichkeit haben, sich zu zeigen, wenn es drauf ankommt. 

    Wenn wir sie aber ignorieren und z.B. unsere Emotionen verdrängen oder nicht auf unseren Wunsch nach einem kreativen Job mit viel Kundenkontakt hören, sondern stattdessen z.B. im ungeliebten Job – ganz allein im Büro – bleiben, dann werden diese Motive stärker. Sie versuchen an die Oberfläche zu kommen. Und wenn wir nicht auf sie hören, dann eben „mit Unfällen“. Damit sind nicht unbedingt tatsächliche Unfälle gemeint, sondern z.B. somatische Beschwerden, also körperliche Beschwerden wie Rückenverspannungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen. Und vielleicht kennst du dieses Gefühl ja auch „die Last der Welt auf deinen Schultern zu tragen“, einhergehend mit verspannten Schultern. Oder Augenzuckungen, wenn man versucht, ein Auge vor einer eigentlich unerträglichen Situation „zuzudrücken“. Der Volksmund kennt viele Weisheiten für diese eindeutigen Zeichen, dass irgendetwas im Unterbewusstsein nicht stimmt. 

    Und das ist dann meistens der Moment, in dem die Menschen in ein Coaching kommen. Sie bekommen Signale, dass sie im Job oder im Privatleben nicht glücklich sind, weil irgendwelche Motive verdrängt und Potenziale nicht gelebt werden. 

     

    Potenzial (un-)bewusst nutzen

    Um dann nicht gleich auch wieder den Logik-Filter auf den Plan zu rufen, der lauthals verkündet, dass er das Problem ja schon gefunden hat und wir direkt die Lösung dessen angehen können, finden einige Methoden ihren Weg in mein Coaching, um genau auch mal tiefer reinzuhören, was du eigentlich wirklich willst. Was ist deine Vision und dein Ziel, wenn alles möglich wäre? Was treibt dich an und begeistert dich? Und wovon willst du vielleicht wirklich weg? Und wenn das klar ist, dann löst sich das Problem meist rucki-zucki und fast wie von selbst. Das ist dann auch keine Zauberei oder Woodoo, sondern du hast dir einfach nur mal die Zeit genommen, um auch die anderen Signale zu hören. 

    Und meistens passiert dann das: “Oh sch****“ ist die häufigste Aussage meiner Kunden, wenn das eigentliche Thema auf dem Tisch liegt. Das ist dann immer ein guter Moment für eine Pause, um diese Erkenntnis sacken zu lassen. Und ich weiß dann, dass wir auf dem richtigen Weg sind. 

    Apropos Pause…womit wir wieder bei der Fischernetz-Finger-Übung vom Anfang sind. Was genau heißt das jetzt für dich? Nimm dir doch auch mal wieder die Zeit für ein kurzes Zwiegespräch mit deinem Unterbewusstsein. Ist da alles klar oder gibt es unentdeckte Wünsche oder Motive, die nur darauf warten, dir einen Strich durch die Rechnung zu machen? Manchmal reicht da Autofahren und Musik zum Mitsingen und plötzlich ist alles klar. Oder ein Ausflug an’s Meer. Mit endlosem Horizont und dem Wind um die Nase. Oder eben die Makramee- Knotentechnik. Und wenn du doch mal einen Helfer beim Brückenüberqueren brauchst: Sag Bescheid und wir gehen deinen Motiven, Ideen und Wünschen gemeinsam auf den Grund- damit du dein Potenzial richtig nutzen kannst! 

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